Folge 5: Die Geschichte der Schreibschulen
Shownotes
Juli Zeh, Leif Randt, Ronja von Rönne und Kim l‘Horizon – sie alle haben an einer Universität „Kreatives Schreiben“ studiert. Heute zählen einschlägige Institute zu den wichtigsten Orten, an denen Verlage neue Debütautor:innen entdecken. Und das, obwohl ihnen lange mit Ablehnung begegnet wurde: Sind Ausbildungsstätten für Autor:innen im englischsprachigen Raum schon seit vielen Jahrzehnten etabliert, bestand im deutschen Sprachraum lange Skepsis gegenüber einer vermeintlich genormten „Institutsprosa“. In dieser Folge gehen Erika Thomalla und Mladen Gladic im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Julia Lückl der Geschichte des Kreativen Schreibens nach - von der Vorgeschichte in den USA im 19. Jahrhundert über die Politisierung der Schreibschulen im Kalten Krieg bis in die Gegenwart.
Weiterführende Links und Informationen:
Über die akademische Vorgeschichte des „Creative Writing“ informiert D. G. Myers: The Rise of Creative Writing, in: Journal of the History of Ideas 54/2 (1993), S. 277-297.
Eine umfassende Geschichte des Creative Writing bietet Mark McGurl: The Program Era: Postwar Fiction and the Rise of Creative Writing, Cambridge, MA 2011.
Erste Ergebnisse der Forschung von Julia Lückl erscheinen hier: Von der Gruppe zur Institution. Über die Re-Organisation der Neoavantgarde in der Wiener „schule für dichtung“. In: Antonia Villinger/Patrick Graur (Hg.): Literarische Gruppe nach 1945. Literatur-soziologische und kulturwissenschaftliche Perspektiven. Stuttgart: J.B. Metzler 2026.
Über den Begriff der Institutsprosa kann man in diesem Band Institutsprosa: Literaturwissenschaftliche Perspektiven auf akademischen Schreibschulen
Die von Florian Kessler ausgelöste Arztschuldebatte hatte ihre Anfänge in diesem Artikel: https://www.zeit.de/2014/04/deutsche-gegenwartsliteratur-brav-konformistisch
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